Unterricht

Am besten ist es natürlich, wenn man regelmäßigen Unterricht bekommt. Ein Lehrer/eine Lehrerin kann motivieren; er/sie leitet von Anfang an zur richtigen Handstellung und Körperhaltung an, lehrt die richtige Technik, Anschlag usw.

Wo finde ich einen guten Lehrer?

Wenn eine Musikschule in Ihrer Nähe ist, erkundigen Sie sich dort. Meist können Sie Einzelunterricht erhalten, aber auch Gruppenunterricht zu zweit oder dritt ist oft möglich und natürlich preiswerter. Gerade bei Kindern bietet sich Gruppenunterricht an. Gemeinsames Musizieren macht Spaß und motiviert gegenseitig. Meist kann man eine Probestunde oder einen Probemonat nehmen.

Auch über Zeitungsannoncen können Sie einen Lehrer finden. Vereinbaren Sie auch hier eine Probestunde.

Gruppenunterricht bis zu 12 Teilnehmern bieten die meisten Volkshochschulen oder ähnliche Einrichtungen (auch Schulen) als Kurs an. Ein Kurs erstreckt sich meist über mehrere Wochen zu 90 Minuten/Woche. Es gibt auch Kompaktkurse, z.B über ein Wochenende. Er ist dann geeignet, wenn Sie die wichtigsten Akkorde zur Liedbegleitung erlernen möchten. Zu viel mehr, bes. zum Erlernen von Noten oder gar Solospiel ist er ungeeignet. Problematisch ist oft auch der unterschiedliche Fortschritt der Teilnehmer. Auf jeden Fall kann sich ein Kurs als Einstieg zum richtigen Erlernen des Gitarrenspiels, bzw. zum Kennenlernen des Instruments eignen.

Unterrichtszeit und Honorar

Musikschulen bieten normalerweise Stunden zu 30 Minuten und 45 Minuten an. Für jüngere Kinder ist die kürzere Zeit besser. Für Erwachsene kann man auch 14 - täglichen Unterricht akzeptieren.

Die Honorare, die an die Musikschule, bzw.den Lehrer gezahlt werden, sind recht verschieden. (Kommunale/Kreis-) Musikschulen sind teurer als z.B. Unterricht bei einem fortgeschrittenen Schüler oder Musikstudenten. Zur Zeit (2007) bezahlt man an unserer Kreismusikschule für 30 Min./ Woche monatlich € 50. Bei mehreren Kindern kann es Familienrabatt geben, wie auch Arbeitslose Ermäßigung erhalten können. Eine Begabtenförderung wird aus einem dafür eingerichteten Fond bezahlt.

Tipp: Prüfen Sie bei einer Musikschule, ob diese auch -wenn Sie Wert darauf legen -  nach Noten unterrichtet und nicht “nur” Akkorde oder nach Tabulatur.

Wann kann ich wirklich Gitarre spielen?

Wenn man ein Musikinstrument erlernen will, muß man sich auf längere Zeit damit einlassen. So ist es auch mit dem Gitarrenspiel. Man muß wissen und akzeptieren, daß man mehrmals in der Woche üben muß, um etwas zu erreichen. Wichtig sind also Ausdauer, ständige Motivation und ein gewisser Ehrgeiz. Auch Zeit muß man investieren. Je nachdem, was man erreichen will, ob lediglich ein paar Akkorde oder anspruchsvolles Solospiel, kann es mehrere Jahre dauern bis man das Instrument beherrscht.

 

 

Autodidaktisch lernen?

Es gibt Gitarristen, die niemals Unterricht hatten und trotzdem vorzüglich spielen. Dies sind Ausnahmen. Bis zu einem gewissen Umfang kann sich aber jeder das Gitarrespiel selbst beibringen. Voraussetzung sind Wille, Ausdauer und die Fähigkeit, sich ständig motivieren zu können. Wenn dann hin und wieder ein Tipp von einem erfahrenen Gitarristen hinzukommt, hat man auch Erfolgserlebnisse, die man sonst nur im Unterricht erfährt.

Lehrbücher für ein Selbststudium bekommt man in guten Musikläden. Auch im Internet kann man Gitarrenkurse finden.

                                                     Lehrwerke

Es gibt unzählige Lehrbücher und Gitarrenschulen. Gute Erfahrungen habe ich mit der Gitarrenschule in zwei Bänden von Heinz Teuchert gemacht.

 Band 1 teilt sich in Melodie - und Akkordspiel auf, was man aber gut parallel behandeln kann. Einfache Liedbegleitung wechselt mit leichten Duos. Erste Solostücke in verschiedenen Stilrichtungen sind didaktisch gut gewählt. Anschlagstechniken werden anhand deutlicher Fotos und Zeichnungen gezeigt, das Notenbild ist ansprechend. Am Ende befinden sich wichtige technische Kurzübungen für beide Hände. Eine Einführung in das Lagenspiel sowie in die beliebte Folkpicking - Technik fehlen nicht.

Band 2 schließt sich nahtlos an, bringt weitere Tonarten, Übungen im Lagenspiel, fortgeschrittene Etüden, Duos und Solostücke. Das Heft endet mit dem Präludium (pour le luth) von J.S.Bach.

Von Heinz Teuchert gibt es eine Anfängerschule “Klingender Gitarrenlehrgang”, nach der man sich bei genügend Selbstmotivation und Ausdauer die Anfänge des Gitarrespiels aneignen kann. Das Buch enthält anschauliche Fotos und ausführliche Beschreibungen zu den einzelnen Techniken für Solo, Folklore, Rhythmus und Flamenco.

Speziell für Flamenco benutze ich die Flamenco-Gitarrenschule von Ehrenhard Skiera. Sie bietet eine theoretische und praktische Einführung, rhythmische Übungen, Vorstudien und vollständige Solostücke. Alles in einem klaren Notenbild.

Kindergitarrenschulen sind reichlich auf dem Markt. Auch hier greife ich am liebsten zu den beiden Heften von Heinz Teuchert “Meine Gitarrenfibel” in zwei Bänden. Geeignet bis ca. 12 Jahre, finden die Melodien mit meist lustigen Texten und bunten Zeichnungen viel Anklang bei den kleinen Schülern. Da sich Band 1 dieser Fibel nur mit Melodiespiel befaßt, unterrichte ich gleich zu Anfang parallel dazu die Akkorde. Das eigentliche Akkordspiel und Einstieg in Duos findet sich in Band 2. Ein Lehrerheft zu beiden Bänden bietet zu den meisten Stücken eine Lehrerstimme. Parallel zu Band 2 können die Kinder ein Gitarrenspielbuch von H. Teuchert mit leichten Liedern und Spielstücken für den Beginn durcharbeiten.

Nicht unerwähnt bleiben soll “Das Gitarrespiel” von Bruno Henze. Er nennt es “Ein Unterrichtswerk vom Anfang bis zur Meisterschaft”, in 10 Bänden. Die Werkauswahl reicht vom 16. bis 20. Jahrhundert. Ab Heft 7 ist es mittelschwer bis schwer. Heft 10 dürfte zur Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule reichen.

Neben den Schulen mit vorwiegend klassischen Inhalten und Techniken benutze ich gern “Das große Song-und Spielbuch für Gitarristen” von Fred Torris. Es gibt Einführung in Finger-Picking, Schlagtechniken, Solo-,Blues-und Slide-Guitar, Folk, Blues, Ragtime. Gut geeignet für Jugendliche und Erwachsene, die auch  die Westerngitarre spielen.

Und denken Sie daran:Zum Erlernen eines Musikinstruments ist es nie zu spät!