Krank vom Gitarrespielen - was tun?

Nicht selten stellen sich bei Gitarristen spezifische Krankheiten ein. Häufig sind es Rückenschmerzen, Schmerzen im Schultergelenk, Schmerzen in der Greif - oder/und Anschlagshand, Schmerzen in den Beinen, Spielblockaden, kalte und/oder feuchte Hände.  Dann ist es wichtig, so schnell wie möglich die Ursachen heraus zu finden. Welche können es sein?

Grundsätzlich kommen zwei Bereiche in Betracht: Körperliche und psychische Ursachen. Zu den körperlichen gehören vor allem

Fehlhaltungen: Die Gitarre ist ein Instrument (ähnlich wie z. B. Violine, Viola, Cello, Querflöte), das eine asymmetrische Spielhaltung verlangt. Man sitzt leicht verdreht. Deshalb muß man beim längeren Üben genügend Pausen machen, bzw. in Intervallen üben. Öfter mal aufstehen, sich recken und dehnen. Die Wirbelsäule muß entlastet werden.

Bes. Anfänger sollten ständig ihre Sitzhaltung kontrollieren und korrigieren: Gerader Rücken, richtige Höhe der Fußbank, richtige Höhe des Notenständers (d.h., er darf nicht zu hoch stehen. Beim klassischen Gitarrespiel muß man leicht nach unten auf das Notenblatt sehen. Dann hat man auch das Griffbrett leichter im Blickfeld).

Weiterhin ist eine korrekte Handhaltung beider Hände wichtig. Die Greifhand darf nicht zu sehr abgeknickt sein, die Anschlagshand, bzw. der Arm muß locker auf der Gitarre liegen. Das Instrument darf nicht an den Körper gepreßt werden, aber auch nicht flach auf dem Oberschenkel liegen. Die Fotos hier zeigen die richtige Gitarrenhaltung.

Um Fehlhaltungen zu vermeiden, ist ein Anfängerunterricht durch einen erfahrenen Lehrer bei Kindern wichtig. Auch Jugendliche und Erwachsene sollten aus dem genannten Grund zumindest einige Stunden nehmen.

Zu den psychischen Ursachen können gehören:

Angst, bzw. Versagensangst vor einem öffentlichen Vorspiel, Abneigung gegen das Instrument, Abneigung gegen den Lehrer/die Lehrerin. Es können dann oben genannte Symptome eintreten.

Was tun? Kinder nicht zwingen, vorzuspielen. Anfangs nur vor vertrauten Personen vorspielen. Bei anhaltender Unlust ein anderes Musikinstrument in Erwägung ziehen oder klären, ob sich die Unlust auf die Unterrichtsmethode oder den Lehrer/die Lehrerin bezieht. Eventuell Lehrer wechseln. Bei Kindern nicht gleich den Unterricht ganz aufgeben. Ein Kind sollte schon eine gewisse Zeit dabei bleiben.